Okt 23
Merum: Prosecco – Kein Stoff mehr für Discounter
Andreas März / Merum : Rom, 17. Juli 2009: Das Hügelgebiet zwischen Conegliano und Valdobbiadene wird vom Landwirtschaftsminister zur DOCG, das gesamte Produktionsgebiet des bisherigen IGT-Prosecco zur DOC aufgewertet. Das bedeutet das Ende des „deutschen Prosecco“, der goldenen Prosecco-Dosen und des Verduzzo-Prosecco für EUR 1,49.
Die jahrelange Marktüberschwemmung von in Deutschland abgefüllten Discounter-Prosecco zu Dumpingpreisen hat ein Ende. Laut neuem Produktionsreglement darf Prosecco nur noch in folgenden norditalienischen Provinzen versektet und abgefüllt werden: Belluno, Gorizia, Padova, Pordenone, Treviso, Triest, Udine, Venedig und Vicenza.
Denn: „Prosecco“ ist laut Dekret des italienischen Landwirtschaftsministers vom 17. Juli 2009 ab diesem Datum nicht mehr der Name einer Traubensorte, sondern der eines Produktionsgebietes! Die Traubensorte heißt neu „Glera“. Einen IGT-Frizzante namens Prosecco wird es nicht mehr geben.
Italienischen und ausländischen Abfüllern außerhalb des Produktionsgebietes bleibt freigestellt, Glera-Grundwein zu erwerben, zu versekten und als Glera IGT (Frizzante, Stillwein oder Spumante) abzufüllen.
Die Ausnahmen…
Die Abfüllerbetriebe in angrenzenden Provinzen, (zum Beispiel Firmen in der an Vicenza angrenzenden Provinz Verona), können, wenn sie erwiesenermaßen seit mindestens fünf Jahren Prosecco abfüllen, einen entsprechenden Antrag ans Landwirtschaftsministerium stellen.
Da in einigen Gebieten Italiens, so in der Provinz Asti im Piemont, viele große Abfüllerbetriebe bereits während der Ausarbeitung der Produktionsregeln gegen ein komplettes Abfüllverbot protestiert hatten, wurde eine weitere Ausnahmeregel geschaffen: Kellereien außerhalb des Produktionsgebietes, die bereits vor dem 1. März 1986 Prosecco versektet und abgefüllt, und diese Tätigkeit auch in den fünf vergangenen Jahren ausgeübt haben, konnten bis zum 27. August 2009 eine Ausnahmegenehmigung erhalten.
Verboten: Verduzzo-Prosecco, Dosen und blaue Flaschen
Das DOC-Produktionsreglement schreibt vor, dass DOC-Prosecco zu mindestens 85 Prozent aus der Sorte Glera gekeltert werden muss. Nicht länger erlaubt sind die beliebten, auf dem Etikett ausgewiesenen Sortenverschnitte, beispielsweise Verduzzo-Prosecco. Nichts hindert Kellereien jedoch daran, einen Verduzzo-Glera IGT anzubieten.
Verboten sind für Prosecco neu auch Dosen als Verpackungsmaterial. Sowohl für die Schaum- als auch für die Perlweinversion des Prosecco sind Glasflaschen obligatorisch, die entweder weiß, gelb, grün, braun oder grau-schwarz sein müssen. Erlaubte Flaschenverschlüsse für Prosecco Frizzante: Kork, Kunststoffzapfen und Drehverschlüsse. (Ausnahme: Kellereien in den Provinzen Triest und Treviso dürfen für Frizzante bis zum 31. Juli 2016 auch Kronkorken sowie blaue Flaschen für Frizzante und Spumante verwenden.) www.merum.info


Oktober 23rd, 2009 at 17:08
ich hoffe sehr, dass diese massnahme, die untrinkbaren aber extrem populären prosecco, vom markt verschwinden lässt. meiner meinung nach gibt es nur sehr wenige gute prosecco, aber halt viel schlechte.nicht nur die von aldi, lidl & konsorten sind oft grausam, sondern auch was man teilweise für € 3,4,5,7.- in die flasche abfüllt.