Jun 21
Sigi Hiss – Urlaubsweine im Hotel Alpenrose/Lermoos/Tirol:1964 Riesling Von Stein, Weingut Salomon & 1999 Clausenberg Weingut Rosi Schuster
Sigi Hiss – Das Hotel Alpenrose mit dem dazugehörigen Restaurant & seiner Winelouge, sind ein kleines Weintagebuch
wert. Umfasst doch die Weinkarte einige hundert Positionen mit dem Schwerpunkt Österreich. Will man sich durch das Weinland Österreich trinken, dann ist man mit der Weinkarte mehr als ausreichend bestückt. Der Service in Sachen Wein ist ohne Tadel, nur die Temperaturen hat man nicht immer optimal im Griff. So war ein Fino Sherry viel zu warm. Ansonsten ist es ein ideales Urlaubshotel für Familien, in denen auch Essen & der Wein eine gewisse Qualität haben sollen.
Ein einziger Wein-Wermutstropfen, aus meiner ganz persönlichen Sicht, die Jahrgänge der Weine liegen in etwa zwischen 2000 bis 2008 – also nichts wirklich Reifes dabei, für mich als Altweintrinker.
So werde ich mir jeweils zum Mittagessen ein Glas Weiß- & am Abend 1,476353234 Gläser Rotwein gönnen. Die Notizen zu den Weinen werden dann aktuell Online geschaltet.
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1. Juli
2002 Zantho St. Laurent, Peck & Umathum, Zantho GmbH: Mittlere Intensität, etwas Sauerkirasche & leicht geröstete Mandeln, Hauch , mittlere Tiefe & Komplexität, frische Art mit kühler Note, gewinnt etwas mit Luft. Kräftige sehr klare Säure, dezentes leicht sandiges Tannin, kraftvoller Unterbau, kein Schmeichler, sehr klare rote frische Früchte wie Kirsche, Sauerkirsche, Rote Johannisbeere, Menthol, etwas leicht nussig im Hintergrund, feste gradlinige Art, sehr langer, rassiger & säurefrischer Abgang.
2. Tag: Dito, null Veränderung. 16.5/20, bis 2015
29. Juni
1964 Riesling Von Stein, Weingut Salomon: Anfangs dezent, reife firnige Nase, etwas Petrolnoten & Schiefergestein, Hauch gedörrte Birnen, getrocknete Orangenschale, feinwürzig, salzig, leicht reife Walnuss, tief, elegant, feingliedrig, reif aber wunderbar tief. Sehr feingliedrige Art, dezent, anfangs fast scheu, dann mit Luft bzw. Karaffe offener & dichter, Finesse, ein zarter Wein mit Stil, sehr ziselierte Säure, feinhefig, Heunoten, etwas tabakig, deutliche Rielingfinre, Petrolnoten, kalter Rauch, wieder gedörrte Birnen & ein Hauch Walnuss, sehr langer eleganter Abgang.
2. & 3. Tag: der Wein gewinnt an Tiefe & Komplexität, keine Spur von Schwäche. Nase wird klarer & sogar frischer…jünger. Klasse. 17.5/20, bis 2019
1999 Clausenberg (Cabernet Sauvignon/Zweigelt) Weingut Rosi Schuster: Offen, erstmal sehr kalkig & knochentrocken wirkend, dann deutliches Cassis, rote vollreife Kirsche, vollreife Rote Johannisbeere, getrocknete schwarze Kräuter, getrocknete Minze, etwas Grüntee, sehr tief mit bester Komplexität, herrliche Balance.
Satte dichte kalkige Mineralität, gepaart mit frischer passender Säure, Rasse, sandigem Tannin, fester Struktur, Blaubeeren, rote reife Kirschen, weisser Pfeffer, dabei etwas Torf & Tabak, wieder getrocknete Minze & schwarze Kräuter, durchaus an reifen kalifornischen Cab erinnernd, sehr langer rassiger Abgang.
2. Tag: Gewinnt deutlich, saftiger, Hauch runder & tiefer aber immer noch mit dieser sehr klaren Säure. 18/20, bis 2018
28. Juni
1995 Tetuna, Weingut Goldenits: Sehr offfen, mit deutlicher oxidativer Nase, dabei immer noch süsslich, süssliches Malz, getrocknetes Laub, etwas Jod & rostige Noten, sehr tief & komplex – nur etwas für Liebhaber sehr reifer Weine. Wieder erstmal oxidativ, deutlich besser als Nase, süssliches Malz, sehr gute Balance, reife runde Säure, erstaunliche Tiefe, mittlere Komplexität, etwas getrocknete Datteln & Feigen, mit Luft kommt Espressopulver & Bitterschokolade mit Orangenstückchen dazu, sehr langer Abgang.
2. Tag: Keine Veränderung. 17/20, bis 2014
1999 Nero e Rosso, Weingut Pöckl: Sehr offen, warmer Zigarrenrauch, kalter Kaminrauch, gerösteter Speck, Asche, getrocknete Schwarzkirsche, Cassis, etwas Kirschschokolade, sehr tief & sehr komplex, samtig-seiden daherkommend. Hervorragende Balance, samtig-seidene Struktur, geschliffenes Tannin, feingliedrige Säure, stimmig gereift mit weiterem Potenzial, angetrocknete Brombeere, dunkles Cassis, wieder Speck, kalter Rauch, etwas Wacholderbeeren, Hauch Teer, kalkiger Unterbau, Rasse verleihende Mineralität, sehr langer bestens ausbalancierter & hocheleganter Abgang.
2. Tag: Fast keine Veränderung, etwas frischer wirkende Säure, Hauch rassiger & kraftvoller, grosse Klasse! 18.25/20, bis 2020
27. Juni
2008 Aunberg Welschriesling, Weinhof Platzer: Offen, reifer GrannySmith, frisches Heu, leicht parfümiert mit etwas Litschi & kühlem Pfirsich, kaltvergoren, mittlere Tiefe. Saftig & süffig, noch etwas CO2, frische Säure, mittlere Tiefe & Komplexität, dito Nase plus Hauch reife Birne, sehr langer Abgang.
2. Tag: Gewinnt etwas, weniger CO2, feinherb, Hauch Mandeln & Muskat, Heu, leicht längerer & dichterer Abgang. 14.5/20, bis 2013
26. Juni
2006 Eichberger Zierfandler/Rotgipfler, Weingut Hühnel: Mittlere Intensität, reife gelbe Melone & etwas süsslich würziges, fein balanciert, tief, komplex, Chardonnay Touch, Hauch Vanille im Hintergrund, feiner Blütenhonig, dahinter etwas nasser Kalkstein.
Saftig zugleich etwas mollig, Balance, kein rassiger Wein, weich,und, schmelzig, tief, komplex, etwas reifer Apfel, würzig, reife gelbe Melone, minimalst Uhu, leicht süsslich ohne pomadig zu sein, dezenter aber spürbarer Holzeinsatz, Potenzial, sehr langer geschmeidiger Abgang.
2. Tag: Absolut keine Veränderung – der Wein hält sich in der offenen Flasche sicher 3-4 Tage. 16.75/20, bis 2018 (evtl. unterbewertet)
24. Juni
2007 Grüner Veltliner Piri, Weingut Nigl: Offen mit erdig-gemüsiger Aromatik, feinhefig unterlegt, etwas Champignons & Wiesenkräuter, Traubenschalen, feinherb, herbe Quitten, kompakt & dicht in der Struktur wirkend, mit Luft etwas mehr grüne reife Früchte, Wilimansbirnen & Apfel, Apfelkern & Pfirsichstein. Frische saftige Art, etwas CO2, mittlere Säure, saftige mineralische Komponente, animierend, dito Nase plus Birnenschale, Hauch phenolische Struktur, nasser Kalkstein, herbe Grundaromatik, sehr langer Abgang.
2. Tag: 2. Tag: Frische leicht florale Art, etwas Litschi & Traubenschale, tief, fest, etwas grünes Gemüse. Sehr frisch, saftiger, CO2 deutlich weniger, hat etwas gewonnen, gradlinig, herbe Aromatik, wieder Apfelkerne, etwas Granny, feinhefig, etwas Muskat & Hauch florale Noten. 16.75/20 bis 2019
21. Juni
2006 Riesling Kögl, Weingut Salomon Undhof: Offen, dabei dichte zugleich elegante Art, ätherische
Zitrusaromen, Heunoten, roter reifer Weinbergspfirsich, kalkiger Hintergrund, Hauch Litschi, getrocknetes Gras, Nase ändert sich permanent, mit Luft komt eine süsslich-saftige Zitrusfrucht, Grapefruit, sehr tief & komplex. Frische zugleich rassige Art, feste dichte Struktur, runde Säure, satte saftige Mineralität, kraftvoll, sehr balanciert, mit Biss, Boskop, reife gelbe Birne, feinhefig im Hintergrund, roter Pfirsich, sehr langer balancierter Abgang.
2. Tag: Offen, cemiger roter Weinbergspfirsich, etwas erdig & mit feinhefiger Note, tief, sehr komplex, balanciert. Hervorragende Balance, dichte mineralische Komponente, Hauch runder & reifer, keien Anzeichen von Abbau, Aromen wie am Vortag, frisch, feinhefig, würzig, sehr langer leicht nussiger Abgang. 17.5/20, bis 2017
2000 Horitschoner Blaufränkisch, Weingut Tibor Szemes: Offen, wirkt anfangs sehr staubig, dann kalkig,
knochentrocken, reife Art, Wacholderbeeren, Hauch Preiselbeere, sehr tief & sehr komplex, salzig, mit Luft kommen etewas Teer & Veilchen dazu. Grandiose Balance, sehr samtig & sehr seidig, pure Eleganz, mittlere reife Säure, dezentes Tannin, mittig beste Balasnce & sehr kalkige Aromatik, erinnert etwas an Ausone, Champignons, wieder Wacholder, auf dem Punkt mit Potenzial, etwas Bleistift, Hauch Schwarztee, Veilchen, etwas Jod, feingliedrig, sehr langer mit bester Finesse ausgestatteter Abgang.
2. Tag: Kraftvoller als am 1. Tag, nicht mehr ganz die Balance aber immer noch sehr gut, dito Aromatik mit schmeckbarer aber noch nicht störender oxidativer Note, passte hervorragend zur Zigarre, sehr langer kalkiger Abgang. 18/20, bis 2018+
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20. Juni
2002 Chevalier, Rotweingut Iby: Sehr offen & tief, balanciert, dunkle bis schwarze Frucht, etwas süßlich-würzige Brombeere, vollreife Schwarzkirsche, Hauch Teer & getrocknete Waldkräuter, sehr tief & sehr komplex, samtig wirkend. Mollige Art ohne fett zu sein, samtenes dezentes Tannin, eher dezente Säure, balanciert, runde weiche Struktur, sehr tiefe ausladende aber beste Balance, erdige süßliche Art, Schokolade, Hauch Zimtwürze, etwas Zwetschgenmus, Hauch weißer Pfeffer, sehr langer sehr geschmeidiger Abgang.
2. Tag: Dito aber die Säure ist etwas deutlicher, erdiger, Zedern, Leder, minimalster Hauch von Oxidation, immer noch sehr gute Balance, weniger mollig, sehr langer erdiger Abgang. Was fehlt ist etwas das Säurerückgrat, doch ein sehr weicher, evtl. zu weicher Wein. 17.5/20, bis 2016


Juli 5th, 2010 at 12:08
So das waren die Weine welche im in der alpenrose getrunken habe. Nochmals hervorheben muss ich den sehr freundlichen & unkomplizierten Service durch die verschiedenen Sommeliers – überhaupt der ganze Service ist äusserst zuvorkommend ohne gekünstelt zu wirken!. Grosses Kompliment